Hugo Kocher

Hugo Kocher (Pseudonyme: Max Bram, Maria Hörmann, Ursula Kemmler, Heinrich Neckar, * 17. August 1904 in Tübingen; † 3. Oktober 1972 in München) war ein deutscher Schriftsteller und Illustrator.

Hugo Kocher absolvierte nach dem Besuch der Oberrealschule in Tübingen Kurse in Malerei und Scherenschnitt an der dortigen Universität. Anschließend unternahm er ausgedehnte Reisen in verschiedene europäische Länder; seinen Lebensunterhalt verdiente er sich u.a. in Norwegen als Hilfskraft in der Fischerei und mit dem Verkauf eigener Gemälde. Kocher vervollständigte seine künstlerische Ausbildung an einer Kunstschule in Düsseldorf sowie in Genf. Anschließend war er als Illustrator tätig.
Nach dem Erfolg seines ersten eigenen Jugendbuches im Jahre 1936 lebte Hugo Kocher als freier Schriftsteller und Maler in München. Kocher nahm ab 1940 als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil und geriet in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung kehrte er nach München zurück, wo er erneut als Jugendschriftsteller wirkte.
Hugo Kocher war ein erfolgreicher Verfasser zahlreicher Kinder- und Jugendbücher. Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag auf erzählenden Tierbüchern, bei denen er auf seine Erfahrungen aus vielen Reisen zurückgriff. Daneben schrieb er aber auch Abenteuerbücher mit exotischen Schauplätzen sowie – teilweise unter Pseudonym – Mädchenbücher.

Friedrich Lexow

Friedrich Lexow (* 29. Januar 1827 in Tönning; † 3. Dezember 1872 in New York) war ein deutsch-amerikanischer Schriftsteller, Journalist und Lyriker.
Er war der Vetter von Rudolf Lexow (1829–1909).
Friedrich war Unterstützer der Revolution von 1848 und hatte in Rendsburg die Zeitung Das Volk herausgegeben (mit Harro Harring). Nach der gescheiterten Revolution wurde er verhaftet. Er wurde zunächst zu acht Jahren Gefängnis verurteilt und dann auf ein Jahr Festungshaft begnadigt. Nach seiner Entlassung kam er 1853 nach Amerika zu seinem Vetter Rudolf, der dort Herausgeber des Belletristischen Journals war. Friedrich kam in die Redaktion der Criminal-Zeitung. Er ergänzte es um das Belletristische Journal und eine politische Rundschau. Die Zeitung nannte sich von dort an New Yorker Criminal-Zeitung und Belletristisches Journal.
Nach seinem Tod führte Rudolf Lexow die Zeitung weiter.
Neben vielen Zeitungsartikeln u.a. für die Zeitschrift Deutsche Monats-Hefte: deutsch-amerikanische Zeitschrift für Literatur, Kunst und Gesellschaft wurden auch in Deutschland Artikel von ihm veröffentlicht so in Die Gartenlaube.

Kunstflugstaffel 1. August

Das 1. August oder 81. Aerobatics Team (chinesisch 八一飞行表演队, Pinyin Bāyī Fēixíng Biǎoyǎn Duì) ist das Kunstflugdemonstrationsteam der Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee der Volksrepublik China. Es wurde nach dem Tag der Gründung der Volksbefreiungsarmee am 1. August 1927 benannt. Es wurde im Jahr 1962 gegründet und hat im Laufe der Jahre mehr als 500 Vorführungen für Delegationen aus 166 Ländern und aus den Regionen Chinas durchgeführt. Seine erste Aufführung im Ausland im August 2013 war während der russischen Flugschau MAKS.

Das 1. August Kunstflugteam (Ba Yi Kunstflugstaffel) war zunächst ausgestattet mit Shenyang JJ-5 Strahltrainern, einer chinesischen Version der Sowjetischen MiG-17, die durch die neueren Chengdu J-7EB ersetzt wurden. Diese wiederum wurden 2001 durch die neueren Chengdu J-7GB ersetzt. Seit Mai 2009 wird das moderne Mehrzweckkampfflugzeug Chengdu J-10 verwendet. Es gibt etwa acht Flugzeuge in der Flotte, aber nur sechs werden für die Vorführungen in den Airshows eingesetzt. Die Zusatztanks sind farblich an den Anstrich der Vorführflugzeuge angepasst.
Das Team ist auf der Yangcun Air Force Base (Meichong) in der Nähe von Tianjin stationiert, die Heimat der PLA-AF 24th Fighter Division.
Marokko: Marche Verte • Südafrika: Silver Falcons
Argentinien: Cruz del Sur • Brasilien: Esquadrilha da Fumaça • Chile: Halcones • Kanada: Snowbirds, Blue Devils, Golden Centennaires, Red Knight, Siskins, Golden Hawks • Vereinigte Staaten: Sabre Knights, Blue Angels, Thunderbirds, Skyblazers
Brunei: Alap-Alap Formation • China: Kunstflugstaffel 1. August • Indien: Surya Kiran, Sagar Pawan, Sarang • Indonesien: Jupiter Aerobatic Team • Iran: Golden Crown • Israel: IAF Aerobatic Team • Japan: Blue Impulse • Jordanien: Royal Jordanian Falcons • Malaysia: Kris Sakti • Pakistan: Sherdils • Philippinen: Blue Diamonds, Red Aces • Saudi-Arabien: Saudi Hawks • Singapur: Black Knights • Südkorea: Black Eagles • Thailand: Blue Phoenix • Türkei: Türk Yıldızları, Solo Türk • Vereinigte Arabische Emirate: Al Fursan
Belgien: Diables Rouges, F-16 Solo Display Team • Finnland: Midnight Hawks • Frankreich: Patrouille de France • Griechenland: F-16 Demo Team Zeus • Irland: Silver Swallows Italien: Frecce Tricolori • Jugoslawien: Leteće zvezde • Kroatien: Krila Oluje • Niederlande: Solo Display Team • Österreich: Silver Birds, Karo As, Das Kleeblatt • Polen: Orlik Aerobatic Team, Biało-Czerwone Iskry, Scorpion Aerobatic Team • Portugal: Asas de Portugal, Rotores de Portugal, Dragões • Russland: Russkije Witjasi, Strischi, Berkuti • Schweden: Team 60 • Schweiz: Patrouille Suisse, PC-7 Team, F/A-18 Hornet Solo Display, Super Puma Display Team • Spanien: Patrulla Águila, Patrulla ASPA (Helikopter) • Ukraine: Ukrainian Falcons • Vereinigtes Königreich: Red Arrows, Black Arrows, Blue Eagles, Black Cats , Red Pelicans, The Sharks, Simon’s Sircus, Yellowjacks, Blue Herons
Australien: Roulettes • Neuseeland: Red Checkers

British Academy Film Awards 1966

Die 19. Verleihung der British Academy Film Awards zeichnete die besten Filme von 1965 aus. Die Filmpreise wurden von der British Academy of Film and Television Arts (BAFTA) verliehen.

My Fair Lady – Regie: George Cukor
Ipcress – streng geheim (The Ipcress File) – Regie: Sidney J. Furie
I Do – And I Understand – Regie: Derek Williams
Tokio 1964 (Tōkyō orimpikku) – Regie: Kon Ichikawa
Lee Marvin – Cat Ballou – Hängen sollst du in Wyoming (Cat Ballou) und Der Tod eines Killers (The Killers)
Dirk Bogarde – Darling
Patricia Neal – Erster Sieg (In Harm’s Way)
Julie Christie – Darling
Judi Dench – Vier Uhr morgens (Four in the Morning)
Frederic Raphael – Darling
Oswald Morris – Ein Haufen toller Hunde (The Hill)
Otto Heller – Ipcress – streng geheim (The Ipcress File)
Ray Simm – Darling
Ken Adam – Ipcress – streng geheim (The Ipcress File)
Dinah Greet, Osbert Lancaster – Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten (Those Magnificent Men in Their Flying Machines)
Rig Move – Don Higgins
Do Be Careful Boys – Nancy Hanna, Keith Learner, Vera Linnecar
Tokio 1964 (Tōkyō orimpikku) – Kon Ichikawa
1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016

Der Tod kommt zweimal

Der Tod kommt zweimal (Originaltitel: Body Double) ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 1984. Der Regisseur ist Brian De Palma, der auch, gemeinsam mit Robert J. Avrech, das Drehbuch schrieb. Die Hauptrolle spielt Craig Wasson, in einer der Nebenrollen ist Melanie Griffith zu sehen.

Jake Scully tritt als Schauspieler in B-Movies auf. Als er in einem Horrorfilm einen Vampir spielen soll und während des Drehs in der Kulisse einer Gruft einen Anfall von Klaustrophobie erleidet, wird er vom Produzenten nach Hause geschickt. Zu Hause angekommen erwischt er seine Lebensgefährtin in flagranti mit einem anderen Mann im Bett. Wenig später erfährt er von seinem Agenten, dass er aus dem Horrorfilm gestrichen wurde.
Da Jake nun keine Unterkunft mehr hat, bittet er einen Schauspielkollegen, vergeblich, um Hilfe. Den Hilferuf bekommt jedoch dessen Bekannter Sam Bouchard mit und bietet Jake eine exklusive Bleibe eines Bekannten an, auf die Sam eigentlich aufpassen soll, der jedoch verreisen muss: ein futuristisches Haus mit Ausblick auf die Hollywood Hills. Um ihm den Aufenthalt noch angenehmer zu gestalten zeigt Sam Jake durch ein Fernrohr eine Nachbarin, die sich täglich um die gleiche Zeit entkleide. Als Jake am nächsten Tag erneut durch das Fernrohr schaut, bestätigt sich dies. Allerdings fällt ihm dabei auch ein Indianer auf, der die Frau ebenfalls beobachtet.
Tags darauf sieht Jake, dass der Indianer der Frau, als sie ihre Wohnung verlässt, folgt. Jake nimmt seinerseits die Verfolgung auf und beobachtet die beiden. Er kann in der Stadt allerdings nicht verhindern, dass die Frau ihrer Handtasche beraubt wird. Als der Täter in einen Tunnel flieht, muss Jake seine Verfolgung aufgrund seiner Klaustrophobie aufgeben. Der Dieb entnimmt der Handtasche lediglich eine Karte und lässt den Rest zurück. Die Bestohlene, die sich als Gloria Revelle vorstellt, führt Jake aus dem Tunnel. In einem romantischen Moment kommt es zwischen den beiden zu einem leidenschaftlichen Kuss.
Als Gloria am Abend von einem Polizisten nach Hause begleitet wird, sieht Jake einen Einbrecher, augenscheinlich den Indianer, in ihrer Wohnung. Er versucht vergeblich Gloria telefonisch zu warnen, denn der Indianer versucht sie zeitgleich mit der Telefonschnur zu erwürgen. Jake rennt aus dem Haus und eilt zu Gloria. Zwei Jogger, die ihm unterwegs begegnen, bittet er kurzerhand ihm zu folgen. Jake schafft es nicht rechtzeitig bei Gloria einzutreffen und sie zu retten; er muss mitansehen, wie sie mit einer großen Bohrmaschine brutal ermordet wird.
Der in dem Fall ermittelnde Detective Jim McLean hat von Beginn den Ehemann der vermögenden Gloria im Verdacht. Aufgrund Jakes Zeugenaussage, einen Indianer beim Mord gesehen zu haben, kann er dem Ehemann jedoch nichts nachweisen. Als Jake nachts zufällig im Fernsehen einen Ausschnitt aus einem Pornofilm sieht, fällt ihm auf, dass sich die Hauptdarstellerin Holly Body auf die gleiche Art und Weise auszieht, wie die von ihm durchs Fernrohr beobachtete Nachbarin. Daraufhin besucht er ein Casting ihrer Produktionsfirma und erhält eine Rolle in einem Film mit ihr. Als sie sich auch außerhalb des Filmsets näherkommen, erfährt er von ihr, dass sie für zwei Abende für den von ihm beobachteten Striptease engagiert wurde. Jake zählt eins und eins zusammen, und als er zufällig Sam am Telefon hat, lässt er Holly ihn als denjenigen identifizieren, von dem sie den Auftrag für die Stripteaseeinlagen erhalten hatte.
Nach einem Streit verlässt Holly Jake und wird auf der Straße von dem Indianer aufgegabelt. Dieser schlägt sie nieder und wirft sie in ein bereits ausgehobenes Grabloch nahe einem Kanal. Jake hat dies zufällig gesehen und will den Indianer stellen, wird dabei aber ebenfalls von ihm überwältigt. Durch den Kampf aufgeschreckt, schlägt ein großer Hund im Wagen des Indianers an. Im Kampfgeschehen gelingt es Jake, dem Indianer eine Gesichtsmaske abzureißen und erkennt in seinem Gegner Sam. Jake landet zwar geschlagen neben Holly in der Grube, worauf sich sofort wieder seine Klaustrophobie bemerkbar macht, kann sie diesmal jedoch bezwingen und schafft es ohne Hilfe aus der Grube zu steigen. Währenddessen hat sich der inzwischen wilde Hund aus dem Auto befreit und erwischt in einem Angriffssprung Sam, der durch den Aufprall in den Kanal stürzt.
Es stellt sich heraus, dass der angeblich verreiste Sam, der Holly wirklich bezahlt hatte, der Besitzer des von Jake beobachteten Hauses ist. Sam ist Glorias Ehemann und wollte mit dem erotischen Strip sicherstellen, dass Jake den Mord sieht und die Polizei auf die falsche Spur des Indianers führt.
In der letzten Szene des Films sieht man Jake, der die Rolle des Vampirs in dem Horrorfilm inzwischen zurückbekommen hat, wie er mit einer Schauspielerin eine Duschszene spielt, während diese durch ein Körperdouble ersetzt wird. Holly scheint jetzt seine Freundin zu sein.
Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times vom 1. Januar 1984, der Film sei ein Thriller in der Tradition von Alfred Hitchcock, der „klug konstruiert“ sei und es ermöglichen würde, sich vollständig mit der bedrohten Hauptfigur zu identifizieren. Das Drehbuch lobte er als präzise („clockwork plot“), die Regie als „mutig“.
Melanie Griffith wurde im Jahr 1985 für den Filmpreis Golden Globe Award nominiert, sie gewann den National Society of Film Critics Award. Brian De Palma wurde als schlechtester Regisseur für die Goldene Himbeere nominiert.
Im Film wurde das real existierende, im Jahr 1960 in San Fernando Valley von John Lautner gebaute Haus Chemosphere gezeigt. Die Produktionskosten betrugen schätzungsweise 10 Millionen US-Dollar. Der Film spielte in den Kinos der USA ca. 8,8 Millionen US-Dollar ein; in den deutschen Kinos waren es ca. 1,2 Millionen US-Dollar.
Die Popband Frankie Goes to Hollywood spielt in einer Szene des Films ihren Hit Relax.
Murder à la Mod | Greetings | The Wedding Party | Dionysus | Hi, Mom! | Hilfe, ich habe Erfolg | Die Schwestern des Bösen | Das Phantom im Paradies | Schwarzer Engel | Carrie – Des Satans jüngste Tochter | Teufelskreis Alpha | Home Movies – Wie du mir, so ich dir | Dressed to Kill | Blow Out – Der Tod löscht alle Spuren | Scarface | Der Tod kommt zweimal | Wise Guys | The Untouchables – Die Unbestechlichen | Die Verdammten des Krieges | Fegefeuer der Eitelkeiten | Mein Bruder Kain | Carlito’s Way | Mission: Impossible | Spiel auf Zeit | Mission to Mars | Femme Fatale | The Black Dahlia | Redacted | Passion

Auguste von der Decken

Auguste von der Decken, geborene Auguste Meyer, (* 30. November 1827 in Bleckede; † 25. April 1908 in Hannover) war eine deutsche Schriftstellerin, die unter den Pseudonymen A. von der Elbe, A. v. d. Elbe und Auguste von der Elbe mehrere Erzählungen und 50 Romane veröffentlichte.

Auguste wurde als fünftes von sechs Kindern des hannöverschen Justizamtmanns Heinrich August Meyer zu Bleckede und seiner Frau Henriette Büchting geboren. Sie wuchs auf im ‘hoch an der Elbe’ gelegenen Schloss Bleckede, damals Amtssitz der exekutiven und judikativen Verwaltung (“Amtshaus”). Ihr Vater hatte zuvor während der französischen Besatzungszeit hohe Ämter inne. Von 1809 bis 1810 war er der erste Polizeidirektor bei der Polizeidirektion Hannover. Von König Jérôme von Westphalen wurde er zum Reisemarschall für eine Inspektionsreise durch Norddeutschland 1810 ernannt. Heinrich August Meyer galt als Organisationstalent und wurde nach der Reise als Präfekt für das neugegründete Departement der Elbe- und Weser-Mündung eingesetzt, welches vom 1. September 1810 bis zum 31. Dezember 1810 mit Sitz in Stade bestand. Nach weiteren beruflichen Stationen unter anderem in Hamburg kam er 1819 nach Bleckede. Auguste von der Decken hat den Lebensweg ihres Vaters nach einem heute verschollenen Tagebuch aus den Jahren 1809 – 1812 und verschiedenen Familienpapieren in ihrem Roman “Die Brüder Meienburg” verarbeitet.
Sie heiratete 1849 in Lüneburg den hannoverschen Major der Kavallerie Hieronimus von der Decken. Hieronimus (1818–1875) ist in Balje im Lande Kehdingen bei Freiburg/Elbe aufgewachsen. Sie lebte mit ihrem Ehemann in verschiedenen Garnisonsstädten. In der Schlacht bei Langensalza 1866 führte er die hannoversche Garde du Corps. Als das Königreich Hannover preußisch wurde, nahm er seinen Abschied aus dem Militärdienst. Nach 1866 lebten sie in der Nähe von Göttingen. 1873 zog das Ehepaar von der Decken nach Meiningen um. Dort wurde Hieronimus am 2. April 1875, wenige Monate vor seinem Tod, Kammerherr in Sachsen-Meiningen in Südthüringen. Eine langjährige Freundschaft entstand in Meiningen zwischen Auguste von der Decken und Ellen Franz, die ebenfalls aus bürgerlichen Kreisen stammte und als Helene von Heldburg kurz vor ihrer Hochzeit mit Herzog Georg II. (Sachsen-Meiningen) geadelt wurde. Das Ehepaar von der Decken hatte keine Nachkommen.
Nach Hieronimus Tod 1875 schrieb Auguste Erzählungen, die sie in Zeitungen veröffentlichte. Bereits als Jugendliche zeigte sie früh ihr Erzählertalent als sie kleinere Familienaufführungen leitete. Literarisch beeinflusst wurde sie stark durch Hermann Allmers, mit dem sie ebenfalls eine jahrzehntelange Freundschaft pflegte. Er schrieb das Vorwort zu einigen ihrer frühen Bücher. In dem Vorwort zu dem Werk: “Lüneburger Geschichten” schrieb er die erste Kurzbiografie über Auguste von der Decken. Dabei gab er das Geburtsjahr 1828 an. Dieses nachweislich falsche Geburtsjahr wird bis in die heutige Zeit oft von anderen Rezensenten/-innen übernommen. Der Geburtseintrag in das Kirchenbuch Bleckede erfolgte nach der Taufe am 8. Januar 1828 für den 30. November 1827.
Seit 1883 lebte die Dichterin in Hannover.
Ab 1877 schrieb sie 50 Romane, die teilweise hohe Auflagen erreichten. Mit ihren phantasievollen und keineswegs alltäglichen Geschichten eroberte sie rasch größere Leserkreise. Die größtenteils heimatbezogenen Romane hatten oft einen geschichtlich wahren Ausgangspunkt und waren spannende Unterhaltungsliteratur. Beispiele sind “Die Grafen von Roden” über das 1553 erloschene Adelsgeschlecht der Grafen von Roden die eine bedeutende Rolle bei der Stadtentwicklung Hannovers spielten oder das Buch “Der Bürgermeisterturm” welches den Lüneburger Prälatenkrieg mit einer Liebesgeschichte verbindet. Ihre Bücher erschienen in vielen Auflagen und einige wurden noch bis 1930 gedruckt. Reprintausgaben sind 1986 (Der Bürgermeisterturm), 1991 (Souverän), 2012 (Brüder Meienburg) und 2013 (Der lange Kerl) erschienen.
Das Pseudonym A. von der Elbe wählte sie, weil sie den Familiennamen von der Decken nicht durch ihre Schriftstellerei in Misskredit bringen wollte. Es war andererseits aber auch eine Hommage an ihren Geburtsort Bleckede, da sie als Kind von der Elbe fasziniert war. Sie wählte die Abkürzung des Vornamens, weil Sie anfangs nicht als schreibende Frau erkannt werden wollte. Im 19. Jahrhundert war es noch die Ausnahme wenn Frauen schrieben. In manchen Rezensionen der Zeit ist daher auch von “dem Verfasser” die Rede. Später war es kein Geheimnis mehr, dass sie eine Schriftstellerin war und auch ihr Klarname war damals bekannt durch ihren eigenen Beitrag in “Hannoversche Schriftsteller der Gegenwart” von 1888 mit dem bekannten Foto von ihr als auch durch Einträge in “Meyers Konversations-Lexikon” von 1892 und im “Brockhaus Konversations-Lexikon” von 1893.
(*) Der Roman “Die Ricklinger” ist eigentlich das 2. Werk von Auguste von der Decken. Der Roman “Die Ricklinger” erschien als Fortsetzungsroman bereits 1878 in den “Bremer Nachrichten”. In Buchform wurde der Roman aber erst wie oben angeführt 1881 gedruckt.

Konstantin Michailowitsch Simonow

Konstantin (Kirill) Michailowitsch Simonow (russisch Константин (Кири́лл) Михайлович Симонов, wiss. Transliteration Konstantin Michajlovič Simonov; * 15. Novemberjul./ 28. November 1915greg. in Petrograd; † 28. August 1979 in Moskau), war ein sowjetischer Schriftsteller, Lyriker und Kriegsberichterstatter.

Er ist der Sohn des zaristischen Generalmajors Michail Simonow und seiner Frau Alexandra, Tochter aus dem fürstlichen Hause der Obolenski und Smolny-Absolventin. Nachdem sich die Eltern während der Revolutionszeit getrennt hatten, wuchs Simonow bei seiner Mutter und seinem Stiefvater, dem der Trotzki-Armee angehörigen ehemaligen zaristischen Oberst Iwanitschew, auf. Dieser verschwieg die adlige Herkunft und gab Simonow als Proletarier aus. In Saratow besuchte er als Komsomolze die Betriebsschule und absolvierte die Lehre eines Drehers. 1931 zog die Familie nach Moskau um. Ab 1934 besuchte Simonow vier Jahre das Moskauer Literaturinstitut. In den Zeitschriften „Junge Garde“ und „Oktober“ erschienen erste Gedichte. 1939 wurde Simonow als Kriegsberichterstatter des Grenzkonflikts mit Japan in den Fernen Osten geschickt. Zu diesem Zeitpunkt änderte er auch seinen Vornamen von Kirill in Konstantin – angeblich weil er aufgrund eines Sprachfehlers Schwierigkeiten mit den Buchstaben „r“ und „l“ hatte. 1940 und 1941 entstanden zwei erfolgreiche Theaterstücke. Simonow absolvierte einen Kurs als Berichterstatter an der Lenin-Akademie
Im Verlauf des Krieges stieg Simonow als Mitglied der Propagandaeinheiten der Roten Armee bis zum Rang eines Obersts auf. Er war einer der bekanntesten und meistgelesenen Kriegsberichterstatter und bereiste alle Fronten Osteuropas bis zur Schlacht um Berlin. Seine Berichte und Schriften erschienen meist in den Zeitungen Roter Stern und Prawda. Sein berühmtestes Kriegsgedicht, „Warte auf mich“ (russisch Жди меня), war seiner späteren Frau Walentina Serowa gewidmet, die er 1943 heiratete.
Nach dem Krieg unternahm Simonow verschiedene Reisen, unter anderem 1946 zusammen mit Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg als Zeitungskorrespondent in die USA. Er arbeitete als Chefredakteur der Zeitungen Nowy Mir (1946 bis 1950 sowie 1953 bis 1958) und Literaturnaja Gaseta (1950 bis 1953). Seine Entlassung bei Literaturnaja Gaseta erfolgte wegen eines Lobgedichtes nach Stalins Tod auf Betreiben von Chruschtschow Während der Tauwetter-Ära verlor er seine Ämter im Schriftstellerverband der UdSSR, dem Zentralkomitee der KPdSU und dem Obersten Sowjet. 1957 erfolgte die Scheidung von Walentina Serowa. Simonow heiratete später eine Schriftstellerwitwe. Als Korrespondent der Prawda lebte er von 1958 bis 1960 in Taschkent. Von 1967 bis zu seinem Tod war er erneut Sekretär des Schriftstellerverbands.
Der Hauptteil von Simonows Werk handelt vom Krieg. Neben seinen Kriegsberichten entstanden eine Vielzahl von Romanen und Theaterstücken, die oftmals verfilmt wurden. Daneben besorgte er eine Biografie Majakowskis und viele Übersetzungen westlicher Autoren wie Hemingway oder Arthur Miller.
Er ist der Vater des russischen Politikers Alexei Simonow.
Nach dem Schriftsteller sind unter anderem das Flusskreuzfahrtschiff Konstantin Simonov und der Asteroid (2426) Simonov benannt.
Bücher
Hörspiele
Literarische Vorlage
Drehbuch

Jacques Goudstikker

Jacques Goudstikker (* 30. August 1897 in Venlo; † 15. oder 16. Mai 1940 an Bord der Bodegraven) war ein niederländischer Kunsthändler, dessen Sammlungen von Hermann Göring geplündert wurden.

Jacques Goudstikker stammte aus einer Familie von Kunsthändlern. Sein Großvater Jacob, nach dem er benannt wurde, hatte zusammen mit seinem Bruder Simon im Jahr 1845 eine Kunsthandlung gegründet, die vor allem Möbel und kunstgewerbliche Gegenstände im Angebot hatte. Jacob Goudstikkers Sohn Eduard, Jacques Goudstikkers Vater (* 1866; † 1925), strukturierte etwa ab 1890 das Geschäft um und konzentrierte sich auf Gemälde holländischer und flämischer Meister aus dem 17. Jahrhundert. Jacques selbst, der auf einer Schule in Handelswissenschaften ausgebildet wurde und Kunstgeschichte in Leiden und Utrecht studierte, ehe er im Alter von 22 Jahren in das Geschäft eintrat, weitete das Angebot auch auf Bilder aus anderen Epochen aus. Er wurde einer der erfolgreichsten Händler für flämische Gemälde des 16. und 17. Jahrhunderts. Weitere Schwerpunkte seines Interesses waren italienische Maler des 15. und 16. Jahrhunderts und die frühe deutsche und französische Malerei.
Jacques Goudstikker führte seine Kunsthandlung als AG mit mehreren Filialen. Das Stammhaus befand sich in der Amsterdamer Herengracht 458. Neben dem Kunsthandel galt sein Interesse auch kulturellen und wohltätigen Veranstaltungen. Schauplatz war häufig das Schloss Nijenrode in Breukelen an der Vecht, das er im Jahr 1930 erworben hatte. In diesem Gebäude war jeder Salon einer anderen Epoche gewidmet. Bei einer Veranstaltung mit dem Motto „Ausg’steckt in Nijenrode“ zugunsten verfolgter mittelloser Juden in Deutschland war unter anderem die Wiener Staatsopernsängerin Dési von Halban-Kurz (* 1912; † 1995) engagiert. Goudstikker, damals frisch verwitwet, trug Dési von Halban-Kurz bald nach dieser Veranstaltung die Ehe an. 1938 wurde der gemeinsame Sohn Eduard († 1996) geboren. Im selben Jahr veranstaltete Goudstikker sein letztes großes Fest in Nijenrode, bei dem Pablo Casals spielte.
Nach dem „Anschluss Österreichs“ an das Deutsche Reich und den darauf folgenden Ereignissen wanderten zahlreiche jüdische Freunde Goudstikkers aus den Niederlanden aus. Goudstikker selbst führte eine lebhafte Korrespondenz mit den Emigrierten, konnte sich aber zunächst selbst nicht zu diesem Schritt entschließen. Auf Drängen seiner Frau beantragte er allerdings Visa für die USA, die im Dezember 1939 ausgestellt wurden und bis zum 9. Mai 1940 Gültigkeit besaßen. Auf der Simon Bolivar wollte Jacques Goudstikker etwa 20 Bilder nach London vorausschicken, während er selbst noch zögerte, das Land zu verlassen, doch das Schiff wurde durch eine Seemine zerstört. Dieser Vorfall hielt Goudstikker davon ab, die Auswanderung zügig voranzutreiben. Auf Oostermeer, dem privaten Wohnsitz der Familie in Ouderkerk aan de Amstel, erlebte er die Bombardierung des Flughafens Schiphol am 10. Mai 1940 mit, und erst am 14. Mai 1940, nachdem auch Rotterdam von Luftangriffen schwer getroffen worden war, machte sich die Familie Goudstikker auf den Weg nach Amsterdam, wo Goudstikker seinen Angestellten die Sammlung von etwa 1400 Kunstwerken überantwortete, und dann nach IJmuiden. Zusammen mit etwa 200 anderen Menschen gelangten Jacques, Dési und Eduard Goudstikker an Bord der SS Bodegraven. Dieses Schiff hatte zunächst versenkt werden sollen, um den Hafen für die Deutschen unbrauchbar zu machen, wurde dann aber doch noch für die Flüchtlinge bzw. einen Kindertransport genützt und gelangte unbeschädigt nach Dover. Dort jedoch durfte keiner der Passagiere von Bord gehen, weil die britischen Behörden die Einschleusung von deutschen Spionen fürchteten. Die Bodegraven sollte Kurs auf Südamerika nehmen.
In der Nacht zum 16. Mai, als das Schiff sich noch im Ärmelkanal befand, ging Jacques Goudstikker an Deck, um eine Zigarette zu rauchen, während seine Frau bei dem kleinen Sohn zurückblieb. Als ihr Mann nicht zurückkehrte, bat Dési Goudstikker den Kapitän, ein Suchkommando loszuschicken. Einer der Matrosen, die damit beauftragt wurden, stürzte auf dem zum Schutz vor feindlichen Angriffen komplett abgedunkelten Schiff durch eine Deckluke und verletzte sich das Rückgrat. Dass er bei dem Sturz nicht tödlich verunglückte, hatte er wohl dem Umstand zu verdanken, dass er auf die Leiche Jacques Goudstikkers fiel, der durch dieselbe Luke gestürzt war und sich das Genick oder den Schädel gebrochen hatte. Der Kapitän fuhr daraufhin Falmouth an, um sein verletztes Mannschaftsmitglied ins Krankenhaus bringen zu können. Wegen dieses Zwischenstopps gelang es Dési Goudstikker, eine Seebestattung ihres Mannes zu verhindern und Jacques Goudstikker in Falmouth beerdigen zu lassen. Sie selbst musste auf das Schiff zurückkehren, das sie mit Eduard erst in Liverpool verlassen durfte.
Jacques Goudstikkers Witwe konnte neue Visa für ihren Sohn und sich beschaffen und wanderte über Kanada in die USA aus, wo sie als Sängerin ihren Lebensunterhalt verdiente. 1946 kehrte sie nach Holland zurück, um sich um die Wiedergewinnung ihres Eigentums zu kümmern. Jacques Goudstikker hatte vor der Auswanderung eine Liste von 1241 Kunstwerken aus seinem Besitz anlegen lassen, die er in Form eines schwarzen Ringbuchs bei sich getragen hatte und mit deren Hilfe Dési Goudstikker nun nach den Bildern suchte.
1950 heiratete sie ihren Anwalt Edward von Saher und ließ dessen Nachnamen auf ihren Sohn Eduard übertragen. Dieser kam in den 1960er Jahren als GI nach Deutschland, wo er seine spätere Frau Marei Langenbein kennenlernte, die bei Holiday on Ice auftrat. Erst nach dem Tod ihres Mannes und ihrer Schwiegermutter erfuhr Marei von Saher-Langenbein vom Schicksal der Kunstsammlung und setzte sich gemeinsam mit ihren beiden Töchtern für die Rückgabe der Kunstwerke ein.
Hermann Göring und Alois Miedl, der aus München stammte, aber seit 1930 in den Niederlanden lebte, übernahmen wenige Wochen nach der Auswanderung der Familie Goudstikker die Galerie. Miedl hatte zunächst den Plan gehabt, Goudstikkers Geschäft und Sammlung allein an sich zu bringen; dies war jedoch von Göring, der ebenfalls ein Auge auf die wertvollen Sammlungen geworfen hatte, verhindert worden. Miedl war mit einer Jüdin verheiratet, was ihm einerseits das Vertrauen jüdischer Geschäftspartner sicherte, ihn aber andererseits von Görings Schutz abhängig machte. Er beauftragte den jüdischen Geschäftsmann Max Model, der Geld für seine Emigration brauchte, mit Goudstikkers Konservator Jan Dik senior in Kontakt zu treten. Dieser machte ihn mit Goudstikkers Prokuristen Arie ten Broek bekannt. Miedl schützte zunächst Kaufabsichten für einige Gemälde vor, nahm dann an mehreren fingierten Aktionärsversammlungen teil und sicherte sich das Vertrauen der Mitarbeiter und vor allem der Mutter Jacques Goudstikkers: Emily Goudstikker-Sellisberg, die 15 Prozent der Aktien hielt, war Jüdin und musste auf den Schutz hoffen, den Miedl ihr versprach und tatsächlich auch zukommen ließ, als die Deportationen von Juden aus Holland begannen. Miedls Maßnahmen wurden vordergründig zum Schutz des Familienvermögens vorgenommen: Im Mai 1940 wurde ten Broek zum arischen Vorsitzenden der Kunsthandlung gemacht. Legalisiert wurde dies durch den jüdischen Notar Arnold van der Bergh, der die Hoffnung hegte, als Gegenleistung Hilfe bei der Flucht aus Holland zu erhalten. Ten Broek erhielt auf diese Weise das Stimmrecht für Goudstikkers Anteil an dem Unternehmen; ein Telegramm, in dem Dési Goudstikker dem Verkauf der Kunsthandlung widersprach, wurde ignoriert. Dik und ten Broek verbreiteten das Gerücht, das Unternehmen müsse wegen Zahlungsunfähigkeit liquidiert oder verkauft werden, wofür sie von Miedl 210 000 Gulden erhielten. Im Juli 1940 erfolgte der Verkauf an Göring und Miedl zu einem Preis von 2 550 000 Gulden. Göring übernahm die Kunstwerke für 2 000 000 Gulden, Miedl die Immobilien, den Namen und den Geschäftswert der Galerie für den Rest des Geldes. Umgehend sicherte sich Göring 780 Kunstwerke für seine Anwesen in Deutschland, darunter allein 300 für Carinhall. Rund 50 Gemälde gab er an Hitler weiter, den Rest verkaufte er mit großem Gewinn – zum Teil an seinen Helfer Miedl. Dieser handelte bis 1944 erfolgreich mit Kunst und verkaufte in dieser Zeit etwa 5000 Gemälde. 1944 setzte er sich nach Spanien ab. Er wurde später als Kronzeuge vernommen, aber nie selber belangt.
In den Sammlungen von Adolf Hitler, Göring und anderen Nazigrößen fanden die Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg 275 Kunstwerke aus dem Besitz Goudstikkers wieder. Diese wurden 1945 dem niederländischen Staat zu treuen Händen übergeben. Dem Auftrag, die Kunstwerke an die rechtmäßigen Eigentümer zu übergeben, kam dieser jedoch nicht nach, sondern überführte die Bilder in öffentliche Sammlungen, um die Verluste, die diese während des Krieges erlitten hatten, zu kompensieren. Die Firma Goudstikker stand nach dem Krieg als Feindvermögen unter staatlicher Verwaltung. Die Übernahme durch Göring und Miedl wurde nicht als Zwangsverkauf angesehen, obwohl Königin Wilhelmina schon am 7. Juni 1940 ein Nichtigkeitsdekret für derartige Verkäufe erlassen hatte. Dési Goudstikker prozessierte sieben Jahre lang um ihr Eigentum. Nachdem sie die Prozesskosten nicht mehr bezahlen konnte, zog sie im Jahr 1952 ihre Klage zurück und schloss einen Vergleich mit dem niederländischen Staat ab. Sie erhielt eine Summe, mit der sie die Immobilien und etwa 165 verbliebene Gemälde zurückkaufen konnte. Sie sprach einen Verzicht auf die fehlenden Gemälde aus, nahm jedoch ausdrücklich die Exemplare, die Göring an sich gebracht hatte, davon aus. Danach zog sie sich für immer aus Holland zurück und gab offenbar auch keine Informationen über das Schicksal des Geschäftes an ihren Sohn und später an ihre Schwiegertochter weiter. Der niederländische Staat behielt die Gemälde und verteilte sie auf zahlreiche öffentliche Sammlungen und Institutionen, soweit er sie nicht versteigerte.
Marei von Saher-Langenbein, die Schwiegertochter Goudstikkers, erfuhr erst im Sommer 1997 durch den Journalisten Pieter den Hollander von den Geschehnissen um die Kunsthandlung ihres Schwiegervaters. Im Herbst desselben Jahres fing auch die Regierung an einzulenken und gestand ihr falsches Verhalten in der Nachkriegszeit ein. Fälle, die damals abschlägig beschieden worden waren, sollten nun erneut geprüft werden. Doch als Marei von Saher-Langenbein 1998 beim Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten Klage einreichte, wurde diese unter Berufung auf die Verzichtserklärung von 1952 abschlägig beschieden. Nachdem sie sich an den World Jewish Congress gewandt hatte und außerdem im Dezember 1998 das Washingtoner Abkommen über die Rückgabe von Beutekunst abgeschlossen worden war, wurde der Fall 1999 erneut aufgerollt. Die Ekkart-Kommission, die nun eingesetzt wurde, empfahl im Jahr 2001 der Regierung vorläufig, von ihrer starren Haltung in den Restitutionsfällen abzugehen. Drei Jahre später wurde „aus moralischen Gründen“ auch die Rückgabe des Goudstikkerschen Besitzes empfohlen. Diese Empfehlung wurde 2005 zur neuen Leitlinie des niederländischen Staates in der Restitutionspolitik. Rund 200 Gemälde, deren Standort damals bereits bekannt war, kehrten daraufhin sofort in den Besitz der Familie zurück, etwa 500 weitere konnten durch Provenienzforscher in den nachfolgenden Jahren in öffentlichen und privaten Sammlungen aufgespürt werden, ein Teil wurde nicht wiedergefunden. Marei von Saher-Langenbein schenkte dem holländischen Staat zum Dank für die Arbeit der Ekkart-Kommission ein Gemälde von Bartholomeus van der Helst und ließ 2007 etwa 170 Gemälde der Sammlung in New York versteigern. Ferner regte sie eine Gedächtnisausstellung zu Ehren ihres Schwiegervaters an, die als Wanderausstellung konzipiert wurde.

Mastermind (Album)

Mastermind ist das sechste Album des US-amerikanischen Rappers Rick Ross. Es erschien am 3. März 2014 über die Labels Maybach Music, Slip-n-Slide Records und Def Jam Recordings. Als sechstes Album des Rappers erreichte Mastermind Platz 1 der US-amerikanischen Billboard 200.

Mastermind stieg in den Vereinigten Staaten auf Platz 1 der Album-Charts ein. Damit ist es die fünfte Album-Veröffentlichung von Ross, die die Spitzenposition erreichen konnte. In der ersten Woche wurden 179.215 Einheiten des Tonträgers verkauft. Die zweite Verkaufswoche endete mit 49.000 verkauften Einheiten und einer damit verbundenen Chartplatzierung auf Rang 3. Auch im Vereinigten Königreich positionierte sich die Veröffentlichung mit Platz 11 in den Album-Charts. Zudem stieg mit Mastermind erstmals ein Album von Rick Ross in die deutschen Album-Charts ein. Dort konnte Rang 89 erreicht werden.
Aria Nejati von Hiphop.de lobte Mastermind als „vielleicht Rick Ross’ bestes Album“. Man müsse „für Ross’ Art empfänglich sein“, denn er biete „thematisch genau das, was man von ihm erwartet, was er kann und was man ihm ankreiden kann“. Insbesondere herauszuheben sei Sanctified mit Kanye West, auf dem „ein Gospel-Intro in einer düsteren Striphymne mündet“. Erinnern tue das an „eine ausgearbeitete Version des Yeezus-Konzepts, das in dieser Form nun auch auf normalen Rap-Alben“ funktioniere.
Die E-Zine Laut.de bewertete Mastermind mit vier von möglichen fünf Bewertungspunkten. Redakteur David Maurer erklärte, sofern sich der Hörer darauf einlassen könne, „sein Hirn weitestgehend abzuschalten und lediglich den fetten Klängen aus den Boxen zu lauschen“, begeistere Rick Ross „in all seiner Einfältigkeit auch im sechsten Anlauf“. „Ausgefeiltes Storytelling“ gehöre nicht zu den Stärken des Rappers. So erzähle Ross etwa in Devil Is A Lie „keine vertrackte Geschichte über Aufstieg und Fall, über Loyalität und Hinterlistigkeit“, sondern nehme den Hörer „mit in sein abgehobenes Bonzen-Imperium aus Kokain, Geld, Macht und Luxuskarossen“. Die einzige Ausnahme bilde das Stück Nobody, in dem der Rapper ein fehlgeschlagenes Attentat gegen ihn aus dem Januar 2013 verarbeitet. Die Produktionen von Blk & Wht und What A Shame werden von Maurer als „mächtige Beats“ beschrieben, die die „ideale Grundlage für [Ross’] voluminöses, gewohnt heiseres Organ“ darstellen.
Studioalben: Port of Miami (2006) | Trilla (2008) | Deeper Than Rap (2009) | Teflon Don (2010) | God Forgives, I Don’t (2012) | Mastermind (2014) | Hood Billionaire (2014) | Black Market (2015)
Kompilationen: Rise to Power (2007)

Paul Bourotte

Paul Bourotte (* 4. Januar 1876 in Rhèges; † 5. August 1935 in Gagny) war ein französischer Radrennfahrer.
Paul Bourotte war von 1897 bis 1904 Profi. In seinem ersten Jahr als Berufsfahrer wurde er französischer Vize-Meister im Steherrennen. 1901 errang er den nationalen Titel in dieser Disziplin. 1902 gewann er den Sprint-Klassiker Grand Prix de l’UVF.
Bei den Rennen für Profis, die im Rahmen der Olympischen Spiele 1900 in Paris ausgetragen wurden, belegte Bourotte Rang drei im Punktefahren hinter Floyd MacFarland und Mathieu Cordang.
Nach dem Ende seiner aktiven sportlichen Laufbahn wurde Paul Bourotte Sportlicher Leiter der Mannschaft Alcyon.
1885 Jules Dubois | 1886, 1887 Frédéric de Civry | 1888, 1889 Charles Terront | 1890 Henri Béconnais | 1891 Fernand Charron | 1892 Henri Farman | 1893 Lucien Louvet | 1894 Constant Huret | 1895 Lucien Lesna | 1896 Alphonse Baugé | 1897, 1898, 1900, 1902 Émile Bouhours | 1899 Edouard Taylor | 1901 Paul Bourotte | 1903 Henri Contenet | 1904 Albert Champion | 1905, 1912–1914 Paul Guignard | 1906, 1907, 1911 Louis Darragon | 1908–1910 Georges Parent | 1919, 1920, 1922, 1923, 1925 Georges Sérès sr. | 1921 Léon Didier | 1924 Robert Grassin | 1926 Gustave Ganay | 1927 Jean Brunier | 1928–1932, 1934 Georges Paillard | 1933 Charles Lacquehay | 1935 Auguste Wambst | 1936 André Raynaud | 1937, 1941, 1943 Ernest Terreau | 1938, 1942, 1945, 1952, 1953 Henri Lemoine | 1939 Louis Minardi | 1940 Georges Wambst | 1944, 1946 Louis Chaillot | 1947, 1948 Jean-Jacques Lamboley | 1949 Raoul Lesueur | 1950 Georges Sérès jr. | 1950, 1951, 1955–1957, 1960 Roger Godeau | 1951 Guy Bethery | 1951 Henri Lemoine | 1954 Roger Queugnet | 1958, 1959 Bernard Bouvard | 1961, 1965–1968 Jean Raynal | 1962–1964 Robert Varnajo | 1969, 1970 Michel Scob | 1973 Alain Van Lancker | 1974, 1976–1978 Alain Dupontreue | 1975 Enzo Mattioda | 1979 Dominique Thiébaud | 1980 Pierre Trentin/Alain Maréchal | 1981 Franck Clemente/Norbert Koch | 1982, 1983 Jean-Claude Lecourieux/Bruno Walrave | 1984 Bruno Garnier/Joël Lacroix | 1985 Frédéric Vichot/Michel Buffet | 1986 Jacques Decrion/Pierre Morphyre | 1987 Patrick Gouin/Michel Barrault | 1988 Philippe Tarantini/Alain Maréchal | 1989 Serge Crottier-Combe/Pierre Lachaize | 1990 Pascal Chollet/Michel Barrault | 1991 Michel Dubreuil/Pierre Lachaize | 1992, 1993 Serge Crottier-Combe/Alain Maréchal | 1994, 1996, 1997, 2001 Marc Seynaeve/Michel Barrault | 1999, 2000 Anthony Gillot/Alain Maréchal | 2002, 2004 Stéphane Benetiere/Bernard Filiatre | 2003, 2005 Samuel Dumoulin/Marc Pacheco | 2006, 2007, 2009, 2010 David Derepas/Bernard Filiatre | 2008 Mickaël Buffaz/Marc Pacheco | 2011, 2012, 2013 Benoît Daëninck/André De Raet | 2014 Emilien Clère/François Toscano | 2015 Antoine Gaudillat/Alain Gaudillat
Nicht in allen Jahren wurden Steher-Meisterschaften durchgeführt; 1950 und 1951 wurde jeweils drei Meister ermittelt. Wenn bekannt, mit Angabe des Schrittmachers.
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