Tiere in der Bibel

In der Bibel werden etwa 130 Tierarten erwähnt. Die Bestimmung der jeweilige Art ist problematisch, weil die Autoren der Bibel bei ihrer Darstellung keine zoologische Systematik verwendeten. Einige der hebräischen Begriffe sind nach heutigem Kenntnisstand nicht zu identifizieren. Zum Beispiel kommen in der Bibel sechs verschiedene Schlangenarten vor, deren Zuordnung nicht möglich ist. Sie werden etwas willkürlich als Natter, Otter oder Viper bezeichnet. Aus dem Zusammenhang kann geschlossen werden, dass sie wohl alle giftig waren. Manche Übersetzungen biblischer Tiernamen sind unzutreffend und irreführend, beispielsweise wird das Damwild in deutschen Übersetzungen häufig als „Büffel“ bezeichnet.

Die Tierarten wurden in biblischer Zeit nach leicht erkennbaren Merkmalen in größere Gruppen eingeteilt und als solche benannt. Die Einteilung der Tiere erfolgte in vier große Gruppen electric fabric, wie in Gen 1,26ff  und Ps 8,7ff  nachzulesen ist:

Die größte Aufzählung von Tierarten kommt in der Bibel in den Büchern Levitikus und Deuteronomium vor (Dtn 14  – Lev 11 ). Dort werden im Zusammenhang mit den jüdischen Speisegesetzen die reinen und unreinen Tiere aufgezählt. Die meisten Arten von biblischen Tieren werden ausschließlich in diesen Listen erwähnt. Davon abgesehen kommen in der Bibel vor allem Haustiere vor, weil die antike jüdische Gesellschaft hauptsächlich eine bäuerliche Kultur war. Außerdem kommen Tiere häufig in bildhaften Vergleichen mit symbolischer Bedeutung vor.

Der größte Teil der Bevölkerung im antiken Israel lebte von der Landwirtschaft. Das Klima in Palästina ist mediterran. Im westlichen Teil kommen Wälder und Strauchwälder vor, im östlichen und südlichen Gebiet ist die Landschaft jedoch von Steppen, Halbwüsten und Wüsten geprägt, hier lebten auch viele nomadische oder halbnomadische Völker. Dies spiegelt sich auch in der Tierhaltung. In den für Ackerbau geeigneten Teilen des Landes wurden vor allem Schafe gehalten, in den trockeneren Gebieten daneben auch vermehrt Ziegen, weil diese genügsamer sind. Schafe und Ziegen bildeten den Hauptanteil der Haustiere, sie wurden für Fleisch, Milch, Fell und Wolle gebraucht, Ziegenhaut diente zur Herstellung von Schläuchen, Ziegenhaare zur Herstellung von Zeltdecken. Schafe und Ziegen wurden als „Kleinvieh“ zusammengefasst. Daneben haben Rinder eine untergeordnete Bedeutung. Das Buckelrind wurde vor allem als Arbeitstier gehalten, um den Pflug oder Dreschschlitten zu ziehen, aber auch als Transportmittel. Als Lasttiere wurden auch Esel oder Maultiere gehalten, letztere dienten vornehmen Bürgern auch als Reittiere. Das Kamel (gemeint ist das Dromedar) spielt vor allem für die Wüstenvölker eine Rolle als Lasttier. Großvieh war immer ein wertvoller Besitz.

Geflügel spielt nur eine sehr geringe Rolle und wird in der Bibel selten erwähnt. Schweine galten als unreine Tiere (Dtn 14,8 ) und wurden nur in der Dekapolis von Nichtjuden gehalten (Mk 5,1ff  – Lk 15,15ff ).

Opfertiere waren immer Haustiere. Sie mussten fehlerlos, einjährig und männlich sein, wie es zum Beispiel in Ex 12,5  angegeben wird. Geopfert wurden vor allem Lämmer von Schafen oder Ziegen. Arme Menschen opferten ersatzweise Tauben. Für besondere Gelegenheiten wurden Stiere geopfert (Gen 15,9 ; 1 Sam 6,14 ). Zum Sinn des Opferns in den Religionen des Orient siehe auch Opfer (Religion).

Die Jagd spielte in der Steinzeit eine große Rolle, wurde aber später bei den sesshaften Ackerbauern seltener. Sie war aber immer noch wichtig zur Ernährung der Bevölkerung wie auch zur Abwehr von Raubtieren. Wie bei der Zubereitung von Haustieren galten auch für die jagdbaren Tiere bestimmte Speiseverbote. Essbar waren laut Dtn 14,5  Damhirsch, Gazelle, Rehbock, Wildziege, Wisent, Wildschaf und Steinbock. Die meisten Wildvögel fallen dagegen unter die Speiseverbote.

Dem Menschen wird nach Gen 1,26ff  und Ps 8  die Herrschaft über die Tiere übertragen, Adam gibt ihnen ihre Namen. Die Schlange wurde jedoch verflucht (Gen 3,14 ), weil sie am Sündenfall des Menschen beteiligt war. Im Schöpfungsbericht (Gen 1-3) sind als Nahrung für den Menschen nur die Bäume mit samenhaltigen Früchten vorgesehen. Nach der Sintflut (Gen 8) heißt es jedoch, die Tiere seien dem Menschen in die Hand gegeben und sollen ihm zur Nahrung dienen. Dadurch wird theologisch der Verfall der ursprünglich harmonisch geschaffenen Weltordnung dargestellt. Gott hat jedoch ein Eigentumsrecht an allen Tieren (Ps 50,10f ) und hat sie dazu bestimmt, ihn zu preisen (Ps 148,10 ). Tiere haben Anteil an der Rettung Noahs (Taube Gen 6,19 ; Rabe Gen 8,1 ) und werden von Gott als Werkzeug des Gerichts benutzt (Dtn 32,24 ; Jes 56,9 ; Jer 15,3 ; Ez 34,5.8 ). Die Tiere stehen jedoch letztlich wie der Mensch unter der Verheißung, dass das Friedensreich Gottes die Feindschaft untereinander ebenso wie die Sünde aus der Welt schaffen wird; Paulus schreibt dazu, dass die ganze Schöpfung auf die Erlösung harrt (Röm 8,19ff ). Der Tiefstand des Menschen zeigt sich für Paulus darin, dass er Tierbilder als Götter anbetet (Röm 1,22-24 ).

Siehe auch: Tierschutz

Tiere werden in der Bibel häufig symbolisch verstanden, das heißt ihnen werden bestimmte Eigenschaften zugeschrieben, so dass sie in bildhaften Vergleichen für die Darstellung menschlicher oder göttlicher Wesenszüge verwendet werden. Zu der symbolischen Bedeutung der einzelnen Tiere siehe unten.

Tiere werden gelegentlich auch als Symbol dämonischer Mächte verwendet (Offb 9,2-22 ), doch dienen dafür häufiger Fabeltiere wie zum Beispiel Drachen.

Tiere, die bei benachbarten Völkern, beispielsweise in Ägypten oder Babylon, als heilig oder als Götter verehrt wurden, werden in der Bibel mit größter Skepsis betrachtet und gelten als unrein. Die Aufstellung von Tierbildern war darum im Volk Israel ein blasphemischer Akt. Es bestand sonst die Gefahr, dass das Volk Israel, das sich nur durch seine Religion von seinen mächtigeren Nachbarn abhob

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, von diesen vereinnahmt würde, wenn es sich in religiösen Dingen der Bildkultur der anderen Völker anschloss. Könige, die dies missachteten, werden in der Darstellung der Bibel stets heftig kritisiert. So wird dem Stierkult des Königs Jerobeam in Bet-El (1 Kön 12,29 ) die Schuld am Niedergang des Hauses Israel gegeben, das Bildnis wurde später unter Josia wieder zerstört (2 Kön 23,15 ). Die Schlange ist auch das Symbol des Bösen.

In der folgenden Liste sind nur die häufigsten oder bedeutendsten Tiere mit ihrer tatsächlichen oder symbolischen Bedeutung genannt.

Die Bibel nennt keine einzelnen Arten von Fischen. Sie fasst alle Wassertiere zusammen und unterscheidet sie nur darin, ob sie Flossen und Schuppen haben. In (Jona 2,1-11 ) wird Jona von einem großen Walfisch verschluckt. Dies deutet vielleicht auf das mythologische Ungeheuer Leviathan hin.

Insekten werden in der Bibel einerseits als schädliche, lästige und mitunter durch ihre Gefräßigkeit gefährliche Tiere angesehen. Anderseits wird etwa die Ameise als Beispiel für echten Fleiß angesehen. So schreibt sie etwa „Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr! Wenn sie auch keinen Fürsten noch Hauptmann noch Herrn hat, so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte.“ (Spr 6,6-8 ). In den ägyptischen Plagen werden verschiedene Insekten als Strafe für Ungehorsam über die Menschheit gebracht.

In der Bibel werden außerdem genannt: